Schadensabwicklung Elektrofahrzeug

Ein Verkehrsunfall ist ärgerlich, noch ärgerlicher ist es, wenn das neue Elektrofahrzeug beschädigt wird und Fehler bei der Schadensabwicklung passieren. Man könnte meinen, dass die Schadensabwicklung nach einem Unfall mit einem Elektrofahrzeug genauso abläuft, wie die Schadensabwicklung mit einem Verbrenner. Bei der Schadensabwicklung von Elektrofahrzeugen sind aber einige Besonderheiten zu beachten. Kennt der Sachverständige oder der Rechtsanwalt, der die Schadensabwicklung vornimmt, diese Besonderheiten nicht, kann dies sogar zum Verlust der Garantieansprüche des Herstellers führen.

Wir kennen uns mit der Schadensabwicklung von Elektrofahrzeugen aus. Übersteigt die kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung während des Unfalls, der sich in einer bestimmten Höhe am Elektrofahrzeug ereignet, einen bestimmten Wert, prüfen wir gemeinsam mit dem Kfz-Sachverständigen, ob zum Beispiel der Batteriesatz getauscht werden muss. Der Hersteller schreibt dies ab einer bestimmten Geschwindigkeitsänderung vor. Erfolgt der Austausch nicht, verliert der Kunde möglicherweise seinen Garantieanspruch. Auch Schweißarbeiten an dem Kraftfahrzeug dürfen nach Herstellervorgabe einiger Hersteller lediglich durchgeführt werden, sofern der Batteriesatz vollständig abgeklemmt ist. Eingriffe in den Batteriesatz durch eine nicht zertifizierte Werkstatt können ebenfalls zum Erlöschen der Garantieansprüche führen. Durch den Sachverständigen ist ebenfalls zu prüfen, ob aufgrund der Karosseriebauweise des Elektrokraftfahrzeuges eine Schadenseinwirkung auf den Rahmen erfolgt ist. 

Die Schadensabwicklung nach einem Unfall mit einem Elektrofahrzeug erfordert insofern ein vertieftes technisches Verständnis von diesen Kraftfahrzeugen durch den Sachverständigen, um den Schaden vollumfänglich festzustellen. Nach Erstellung des Sachverständigengutachtens bedarf es ebenfalls der Expertise eines Fachanwalts, um der gegnerischen Versicherung eben diese Besonderheiten bei der Schadensabwicklung zu erläutern und die Ansprüche gegebenenfalls gerichtlich durchzusetzen. Wir arbeiten diesbezüglich mit einem Diplom-Ingenieur zusammen, welcher auf die Besonderheiten nach einem Unfall mit einem Elektrofahrzeug achtet, unsere Fachanwälte für Verkehrsrecht bilden sich auf diesem Rechtsgebiet stetig fort und verfügen über die entsprechende Expertise zur erfolgreichen Durchsetzung ihrer Schadenersatzansprüche.

Für weitere Fragen rund um das Thema Verkehrsunfall mit einem Tesla, Taycan oder einem anderen Elektrofahrzeug stehen wir Ihnen sehr gerne in einem persönlichen Beratungsgespräch zur Verfügung.

Szymanski und Kollegen Rechtsanwälte
Fachanwälte für Verkehrsrecht

Elektroauto: berechtigt ein unzuverlässig arbeitender Autopilot den Rücktritt vom Vertrag?

Kim Obernitz, RechtsanwältinEin Neuwagen ist mangelhaft, wenn der eingebaute Autopilot Schilder und Hindernisse nicht zuverlässig erkennt und bei irrelevanten Hindernissen unnötig abbremst. Bei betroffenen Fahrzeugen kann es dazu kommen, dass fälschlicherweise Warnungen über einen eventuellen Zusammenstoß generiert werden und der Autopilot ein gefährliches Bremsmanöver ausführt, das einen Auffahrunfall verursacht. 

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Dies stellt für den Fahrer eine grobe Gefährdung dar. Anstelle eines Fahrhilfesystems generiert der Autopilot Situationen, bei denen Auffahrunfälle häufiger auftreten. 

Dazu kommt, dass es sich bei der Autopilot-Funktion in der Regel als eine aufpreispflichtige Zusatzausstattung darstellt. In einem Fall, den das Landgericht München mit Urteil vom 17.06.2022 – 4 O 3834/19 entschied, beinhaltete der Kaufpreis einen Betrag von € 5.500,00 für die Autopilot-Funktion. 

Ein Mangel liegt auch vor, wenn vorgesehen ist, dass der Autopilot im Stadtverkehr ausgeschaltet wird. Denn die händische Abschaltung ist nicht üblich und kann dem durchschnittlichen Nutzer nicht zugemutet werden. Denn der Kunde erwarb eine Zusatzausstattung, die für ihn aus Sicherheitsgründen jedenfalls zeitweise unbrauchbar ist.

Kim Obernitz
Rechtsanwältin

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